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Brennpunkt Nah-OstNEU - zum Gaza-Krieg - Israel eskaliert weiter - jetzt im LibanonEs wird Zeit für die westlichen Staaten – speziell die USA und Deutschland – auf Distanz zur Netanjahu-Regierung zu gehen
Israelisches Militär tötet Demonstrantin im Westjordanland durch Kopfschuss
Doch was ist so Besonderes an Aysenur – sie war Türkin und hatte den Mut für die Sache der Palästinenser auf die Straße zu gehen, zur Unterstützung der Forderung nach dem Stopp des illegalen israelischen Siedlungsbaus im Westjordanland. Sie hat diesen Mut mit ihren Leben bezahlt. Doch warum kommt dieser Mord so explizit durch die sonst so israelaffine Springerzeitung die "Welt" in unsere Presse? Sie hatte neben der türkischen auch die US-Staatsbürgerschaft – die in diesem Jahr über 600 anderen Getöteten wurden maximal summarisch genannt, und immer verteidigte sich der Besatzer im besetzten Gebiet. Der Fakt ihrer Doppelstaatsbürgerschaft erzwang geradezu eine Nachfrage beim US-Außenminister – der wie in anderen Fällen „auf die Aufklärung durch das israelische Militär warte“, bevor er Stellung beziehen könne. Im schlimmsten Falle Steinwürfe gegen scharfe Schüsse – eine Tendenz sollte dabei festgemacht sein. Doch weit gefehlt! Es ist nicht der erste Todesfall US-amerikanischer und von Doppelstaatsbürgern, den Washington, ohne Reaktion kann man ja nicht sagen – es liefert ja weiter – wie auch Deutschland – Munition an die israelischen Streitkräfte, aber ohne Gegenreaktion. Es sollen hier zwei Fälle genannte werden, die analog liegen, und aus der Erinnerung der Menschen nicht vergessen werden sollen, da sie auch bisher ungeahndet blieben: Der Fall Rachel CorrieGeboren am 10.04.1979 im Staate Washington, USA, gestorben am 16.03.2003 in Rafah, im Gazastreifen Die junge Frau hatte im Rahmen der US-Solidaritätsgesellschaft ISM an Protesten gegen den Abriss palästinensischer Wohngebäude im Gazastreifen teilgenommen und wurde dort von einem gepanzerten Bulldozer der israelischen Armee zu Tode gequetscht. Internationale Konsequenzen – Fehlanzeige. Weiterhin der Fall der Erstürmung der Mavi Marmara am 31.05.2010Bei der Enterung des Schiffes starben 9 türkische Staatsbürger, darunter einer mit doppelter Staatsbürgerschaft – ebenfalls US-Amerikaner – Furkan Doğan, geboren am 20.10.1991 im Staat New York,USA Die Solidaritätsflottille, geleitet durch die Mavi Marmara, , bestehend aus insgesamt 6 Schiffen, wollte Hilfsgüter in den Gazastreifen transportieren. An Bord der Mavi Marmara befanden sich auch internationale Beobachter, wie der schwedische Schriftsteller Henning Mankell, Mairead Maguire – irische Friedensnobelpreisträgerin 1976, Haneen Zoabi – palästinensische Knesseth-Abgeordnete und Edward Peck – ein ehemaliger US-Botschafter. Neben diesen nahmen auch zumindest 2 Linken-Abgeordnete des Deutschen Bundestages an der Reise teil. Die Schiffe – hauptsächlich die Mavi Marmara – wurde von der
israelischen Kriegsmarine noch in internationalen Gewässern geentert,
also vor Erreichen der Gewässer Israels oder des Gazastreifens. Bei der
Enterung wurden 7 israelische Soldaten leicht verletzt, auf Seiten der
Reisenden auf den Schiffen – 3 wurden geentert, jedoch lediglich auf der
Mavi Marmara wurde seitens des israelischen Militärs scharf geschossen,
war dies anders. Der Tod von Furkan Doğan erzeugte anfänglich Aufsehen – ein US-Bürger tot – doch dann verlief wieder alles im Sande. Die israelische Regierung stimmte 2013 zu, die Opferfamilien zu entschädigen, gegen die Einstellung der in der Türkei anhängigen Verfahren gegen die leitenden israelischen Offiziere – Verantwortlichen. Von einer Reaktion der USA hörte man nichts mehr in der Presse. Interessant ist auch die westliche Rechtsauslegung in diesem Fall – damals wurde die Version von westlicher Seite aus präferiert, dass die Schiffe mit humanitärer Hilfe ein legitimes militärisches – kein ziviles - Ziel gewesen seien, da sie die von Israel beanspruchte Kontrolle über den Gazastreifen beeinträchtigte. Base der Erklärung war merkwürdigerweise das Internationale Seerechtsübereinkommen, das von Israel nicht ratifiziert wurde. Das Entern ziviler Schiffe durch schwer bewaffnete Spezialeinheiten sei also rechtens. Dieser Auffassung schloss sich übrigens auch der deutsche Generalbundesanwalt 2014 an, und stellte alle weiteren Ermittlungen ein. Außer Toten – nichts gewesen – man stelle sich vor Nicaragua hätte so auf von den USA angeheuerte Schiffe und Boote reagiert, die die nicaraguanischen Kontras mit Waffen versorgt haben! Doch zurück zu Aysenur Ezgi Eygi – sie wurde durch Kopfschuss bei einer friedlichen Demonstration getötet. Behalten wir die Augen auf und sehen, wie wir ihr Gerechtigkeit wiederfahren lassen können, denn die großen politischen Entscheider leiden an akuter Demenz in dieser Frage – und die Medien übersetzen, falls erforderlich, den israelischen Militärinformationsdienst, der übrigens auch für die Zensur von Reporten in Israel zuständig ist Also unsere Forderung: Gerechtigkeit für Aysenur Ezgi Eygi – Eine internationale Untersuchungskommission soll die Umstände ihres Todes untersuchen. Nach dem Urteil und dessen Vollstreckung – falls man davon sprechen
kann –am Mörder Elor
Azaria, Doppelte Standards im deutschen Auswärtigen Amt - Baerbock ist „erschüttert“Am 11.04.2022 wurde die palästinensisch US-amerikanische Al Jazeera Reporterin Shireen Abu Akleh nach Angaben der palästinensischen Selbstverwaltungsbehörde in der Stadt Jenin durch Schüsse des israelischen Militärs getötet, ihr Kollege schwer verletzt. Das israelische Militär bestreitet dies natürlich, es macht die Palästinenser verantwortlich für den Tod der Reporterin, es verlangt die Herausgabe aller Beweise. Die Autopsie der An-Najah National University kam zu dem Schluss, Shireen Abu Akleh wurde aus weiter Entfernung erschossen. Das Projektil war NATO-Standard Gewehrmunition – doch die Israelis behaupten nun, die PLO nutze die gleichen Patronen. Am 13.04.2022 sollte die Reporterin beigesetzt werden. Die israelischen Behörden behinderten und zerstreuten die zahlreichen, vorwiegend palästinensischen Besucher der Beisetzung durch den Einsatz massiver Gewalt. Diese Aktion wurde auch von westlichen Medien dokumentiert, allerdings durch eine recht selektive Auswahl der Bilder, die das Ausmaß der Gewaltaktionen der israelischen Sicherheitskräfte eher verharmlost, wie die folgenden Bilder zeigen. Ein Polizist im Hintergrund - also eigentlich nicht viel los. Schon Wikipedia sieht dies anders - das folgende Foto war in einer der Versionen, die fast im Stundentakt geändert worden sind - die Namen in der Versionsgeschichte und die Änderungen sind eine sinnvolle Lektüre für Wikipedia-Gläubige. Selbst die israelische Zeitung Haaretz publiziert dort kritischere Fotos und Berichte – und dokumentiert auch den vergeblichen Versuch der israelischen Armee die Ermordung der Journalistin palästinensischen Sicherheitskräften oder Aktivisten anzulasten. Man sieht also, wohin die israelischen Untersuchungen zielen – Entlastung der eigenen Truppen. Dabei verleugnet man völlig, dass Shireen Abu Akleh auf der Seite der Palästinenser stand, so hätte ein „angreifender palästinensischer Aktivist“ umdrehen und nach hinten schießen müssen. Nun Frau Bearbock hat sich „erschüttert“ gezeigt – die Anführungszeichen um ihre Erschütterung kommen übrigens vom Spiegel, nicht von uns. Denn es ist nicht der erste Journalist, der bei der Dokumentation israelischer Truppen auf palästinensischen Gebiet erschossen wurde, aber es ist diesmal eine US-Bürgerin, das wirbelt Staub auf. Die anderen toten Journalisten von Al-Jazeera und Al-Arabia – zweier arabischer Nachrichtensender, die die israelischen Aktionen kritisch dokumentierten – wurden kurz erwähnt und dann wieder totgeschwiegen. Hier wird es sicher auch so weitergehen, denn sie war nicht die erste US-Amerikanern die von israelischen Truppen getötet wurde. So wurde Rachel Corrie im Jahre 2003 getötet, oder 80-jährige Omar Abdulmajeed Asaad, ebenfalls mit doppelter Staatsbürgerschaft, wurde am 12.01.2022 von israelischen Spezialeinheiten verhaftet, und nach dem Abzug der Israelis tot – noch gefesselt – zurückgelassen.
Nebenbei – Frau Kiew-Reisende Bearbock – Sie sollte sich auch „erschüttert“ über die Verhaftung der deutschen Journalistin Marlene Förster im Irak zeigen. Förster sitzt seit dem 20.04.2020 in Geheimdiensthaft in Bagdad. Aber da sie sich ja augenscheinlich für die kurdischen Probleme interessierte, wird hier das AA sich sicher auch recht weit zurückhalten. Das ist selektive Pflichtwahrnehmung.
Unterschreiben Sie die Petition zugunsten der
Aus aktuellem Anlass - Israels neue AnnektionspläneDer israelische Ministerpräsident Netanjahu plant am 01.07.2020 weite Teile des Westjordanlandes - der Zone C - zu annektieren. Nun sichert er auch zu, dass auch alle jüdischen Siedlungen auf der Westbank und Jerusalem in diese Annektionspläne - koordiniert mit dem Weißen Haus - einbezogen werden sollen. Die Vorbereitungen sind im vollen Gange ... Außenminister Maas warnte ausdrücklich davor und wird auch auf Begegnungen mit Israelis und internationalen Politikern recht eindeutig - das erfährt man, wenn man israelische Zeitungen liest ... Nur in Deutschland - anders als zum Beispiel in Spanien - findet man unter COVID - Bundesliga und so weiter - kaum ein Wort darüber, noch weniger Details ... Der nächste große Landraub palästinensischen Gebietes ist angesagt - wir sollten das Schweigen brechen und zumindest so, wie auf die Krim-Annektion reagieren - dort wurde fremdes Land in breiter Übereinstimmung mit der dortigen Bevölkerung annektiert - im Falle Israels jedoch soll fremdes Land annektiert werden, welches durch illegale, militärstrategisch geplante Besiedlung erst "eigene" Bevölkerung verzeichnet, die angestammte Bevölkerung wird diskriminiert. Also wo bleiben die Sanktionen - vor allen der Rüstungskooperation? Der Oslo-Plan ist von Israel langfristig, geplant und im bewussten Bruch internationaler Übereinkommen ad acta gelegt worden - waren schöne Worte - wie Trumps Plan für den Frieden in Israel. "Palästina kann einen eigenen Flughafen haben" - der auch mit EU-Geldern errichtete wurde, wurde von den Israelis 2001 völlig zerstört.
Trumps großer "Friedens-Deal" - 28.01.2020Im Vorfeld wurde erwartet, dass Trump in seinem Treffen mit dem Premierminister Netanjahu und dem Oppositionschef Ganz den Abschied von der bisher von den westlichen Staaten - inklusive der EU - nur halbherzig verteidigten Zwei-Staaten-Plan von Oslo verkünden würde - unter Ausnutzung der weltweiten Sympathiewelle mit Israel, resultierend aus dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, der am Vortag zurecht die Weltmedien beschäftigte und die Verbrechen der Nazis thematisierte. Gleichzeitig kann das Treffen als gegenseitige Hilfe beider Regierungen begriffen werden - Trump steht unter Druck - Amtsenthebung und Wahlen sind in Sichtweite - Netanjahu - Korruptionstanklage und ebenfalls baldige Wahlen. Nun soweit ging Trump heute nicht - formal bleibt es bei der Zweistaatenlösung, auch wenn man einer weiteren Annektion palästinensischen Landes und einer anti-paläsinensischen Planung ein neues aggressiveres Gesicht gab - Initiative welche jedoch umgehend von der Regierung Palästinas zurückgewiesen wurde.
Diese Einschätzung wird auch durch israelische Bürgerrechtsbewegung geteilt und wie folgt kurz zusammengefasst: Nicht
Frieden, sondern Apartheid: Eine kurze Antwort auf den „Trump Plan“ Info-Mail B´Tselem vom 28.01.2020 Mehr Information zu diesem Thema von B´Tselem finden sie hier. Folgerichtig zu diesem "Friedens-Plan" hat Netanjahu heute auch die weitgehende Annektion des Jordantals Zone C des Palästinenserstaates erklärt. Siehe auch Times of Israel 28.01.2020 und die Bemerkungen im nächsten Kurzartikel auf dieser Seite. Abschießend soll noch darauf hingewiesen werden, dass mit dem neuen Nationalstaatsgesetz vom Juli 2018 die nicht-jüdische Bevölkerung ihrer Rechte beraubt, zu Bürgern zweiter Klasse - oder besser Nicht-Bürgern - erklärt wurden, was selbst auch Araber mit israelischer Staatsbürgerschaft einbezieht - ganz zu schweigen von den Palästinensern. Hier einige Medienstimmen zu diesem Sachverhalt. Deutschlandfunk - Die Zeit - TAZ
Israelische Annektionspläne der Oslo-Zone C - Integraler Bestandteil des palästinensichen Staates
Das nebenstehende Poster der IRGUN - eine jüdische
Terrororganisation welche in die israelische Armee übernommen wurde -
deren Chef war Menachim Begin - späterer Premierminister Israels -
stellt die eigentlichen Gebietsansprüche Israels dar, welche letztlich
auch Jordanien einschießen. (Quelle: Wikipedia
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Irgun_poster_Erez_Jisrael.jpg)
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